Frauen* haben sich 2 Stunden freigenommen - zum Nichtstun
Frauen haben ihre Arbeit niedergelegt – Versammlung zum „Nichtstun“ am Grazer Hauptplatz
Am Montag, dem 9. März 2026, versammelten sich knapp 300 Frauen am Grazer Hauptplatz zum „Nichtstun“ – sie verweilten, kamen zusammen und machten mit einer zweistündigen Arbeitsniederlegung auf die gesellschaftliche, ökonomische und soziale Bedeutung der Arbeit von Frauen aufmerksam.
Der Grazer Frauenrat lud gemeinsam mit dem Bündnis 0803* von 12 bis 14 Uhr zur Aktion „Freie* Frauen* am 9. März - Versammlung zum Nichtstun“ ein – Name war Programm. Frauen haben sich von Erwerbs- und Sorgearbeit freigenommen, statt zu arbeiten, zu organisieren und zu funktionieren.
(C) Clara Sinnitsch
EINE WELT OHNE FRAUEN WÜRDE STILLSTEHEN
Mit der zweistündigen Arbeitsniederlegung wollten die Initiatorinnen eine Störung des regulären Tagesablaufs hervorrufen und darauf aufmerksam machen, dass, wenn Frauen ihre Arbeit niederlegen, sichtbar wird, wie sehr das gesellschaftliche Leben von ihrer Arbeit abhängt. „Eine Welt ohne Frauen würde stillstehen“ war die Botschaft.
„Wir haben das getan, was Frauen am schlechtesten können: gar nichts. So vieles hängt von ihnen ab. Sie arbeiten wöchentlich mehr Stunden als Männer, nur leider mehr Stunden unbezahlt. Sie arbeiten oft in systemrelevanten Berufen, und davor und danach auch noch unbezahlt zu Hause, wo sie genauso systemrelevant sind, als Mutter, Haushälterin oder Pflegerin. Die Wirtschaft, die Gesellschaft, wir alle sind enorm abhängig von der Arbeit, die von Frauen verrichtet wird. Und trotzdem wird sie schlechter oder gar nicht entlohnt. Das soll so nicht weitergehen“
(C) Clara Sinnitsch
TEIL EINER GRÖSSEREN BEWEGUNG
Die Aktion wurde als Teil der internationalen Protestaktion „Enough! 2026 – Globaler Frauen*Generalstreik“ organisiert. Der Tag galt als Verlängerung des Internationalen Frauentages am 8. März. In ganz Österreich fanden am 9. März mehrere Aktionen in diesem Rahmen statt, unter anderem in Linz, Salzburg, St. Pölten und Wien.
„Wir sind froh, dass wir uns an der internationalen Aktion hier in Graz beteiligt haben und sie in Österreich so breit mitgetragen wurde. Wir haben heuer bewusst das Motto „ENOUGH! BASTA! GENUG!“ für den Frauen*März gewählt, weil es uns reicht, dass Frauen durch die Übernahme der Hauptverantwortung für die Sorgearbeit immer noch Altersarmut riskieren“
Knapp 300 Frauen – von jung bis alt, von der Schülerin bis zur Pensionistin – sind der Einladung gefolgt.
Viele haben sich zur Erkennung in den Farben Rot, Orange oder Lila gekleidet, Hocker, Liegestühle und Picknickdecken mitgebracht.
Ein angenehmes Grundrauschen aus Unterhaltungen, Lachen und Gesang begleitete die Versammlung. Es gab kein konkretes Programm vor Ort; manche Frauen haben eine Partie Karten gespielt, andere haben im Kreis gesungen, eine Frau im Schneidersitz zupfte auf ihrer Ukulele. Am anderen Eck des Hauptplatzes hüpften Frauen in Hommage an ihre Kindheit – sie haben ein Gummiband für „Gummihupf’n“ mitgebracht. „Das ist auch super gegen Osteoporose“, lachte eine Frau mit kurzen Haaren und drehte sich im Sprung.
Fotos (C) Clara Sinnitsch, Martha Schober

