TATTOO – UND PIERCINGSTUDIO (Soft)Pornografischen Ästhetik

TATTOO – UND PIERCINGSTUDIO (Soft)Pornografischen Ästhetik

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 Das Tattoo – und Piercingstudio a’brams bewirbt seine Dienstleistungen in den Schaufenstern.

Viele Tattoos und viele Piercingarten können nur gezeigt werden und sichtbar werden, wenn die TrägerInnen unbekleidet sind. Daher zeigen auch die bei a’brams verwendeten Werbesujets wenig bis gar nicht bekleidete Frauen und einen wenig bekleideten Mann.

Sexistisch wird die Werbung nicht durch die gezeigte nackte Haut, da die beworbenen Produkte (Dienstleistungen des Tätowierens und Piercens) sehr wohl in direktem Zusammenhang mit Körpern stehen, sondern durch die Arrangements, die tradierte Geschlechterklischees bedienen: die Frau als Lustobjekt, das „Weibliche“ als Symbol für Erotik und in untergeordneter Funktion als Erfüllungsgehilfin für männliche Heterosexualität, die Darstellung des Mannes reduziert auf Stärke und Dominanz, Nähe zur Gewalt,… Es handelt sich um sexualisierte Darstellungen von Frauen nach der gängigsten Form der sexistischen  Werbung: „sex sells“.

Gearbeitet wird auch mit dem  Konzept, wonach die ästhetisierten nackten Frau, die sich für das Produkt „räkeln“, nicht nur das Produkt „begehrenswert“ machen sollen, sondern auch sich selbst.  Die Darstellung suggeriert, dass Frauen eine Ware sind – käuflich wie die beworbenen Produkte.

Gearbeitet wird auch mit dem  Konzept einer „(Soft)Pornografischen Ästhetik“: Die Sexualisierung, Verfügbarkeit und Abwertung von Frauen, (fallweise auch Männern), kann durch pornografische Ästhetik, pornografische Stilmittel und einen pornografischen Blick verstärkt dargestellt werden. Sex und Frauen werden als käuflich dargestellt  bzw. Assoziationsketten diesbezüglich ausgelöst. Zu den pornografischen Stilmitteln zählen der Einsatz von Elementen aus der Pornografie,  z. B. die Inszenierung von Tabledance, Striptease, Prostitutionsszenen, zungenleckende Fotomodelle, am Boden kriechend, Blick auf den Genitalbereich, Po, Busen… Die Soft-Pornografische Kommerzialisierung des meist weiblichen Körpers im öffentlichen Raum kann Vorbildwirkung haben und ein Klima schaffen, in dem die Hemmschwelle für Übergriffe sinkt.

Da Tattoos und Piercings bei Frauen erst seit kurzem akzeptiert wird, ist zu fragen, ob hier nicht auch das Konzept angewandt wird, wonach eine sexualisierte Darstellung von Frauen als ‚befreite Sexualität der Frau’ dargestellt wird, wodurch versucht wird, die Sexualisierung zu legitimieren.

 

Einstufung auf Niveau 5: Frauen runtermachen. Frauen sind nicht- denkende, zwei- dimensionale Dekoration. Sie sind sexueller Anreiz für Männer, beschränkt auf ihren dekorativen und ihren sexuellen Gebrauchswert, der durch das Arrangement unterstrichen wird.