STELLUNGNAHME Landesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker

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Vielen Dank für Ihr Schreiben. Gerne möchten wir Ihnen auch unsere Sicht der Dinge darlegen.

Als Vertreter einer der mitgliederstärksten Branchen der Wirtschaftskammer überlegen wir uns seit vielen Jahren sehr genau, wie die Leistungen der steirischen Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker (kurz: Installateure) angemessen visualisierbar sind. Wir wissen, dass es bei Bad und WC um den intimsten Bereich des menschlichen Wohnens geht. Plumpe sexualisierte Darstellungen sind weder der Branche noch der Konsumentinnen und Konsumenten würdig. Das ist auch der Grund, warum wir bei ganz vielen Werbeaktivitäten auf die beliebte gelbe Ente zurückgreifen, die auch zum Maskottchen der Branche und vieler Betriebe geworden ist.

Das von Ihnen beanstandete Sujet bezieht sich auf die Bäderwoche zwischen 14. und 18. März. Das ist für unsere Betriebe eine besonders wichtige punktuelle Aktion, denn das Bad nimmt im heutigen Wohnen einen immer größeren Stellenwert ein. Wir können auf einem Plakat nicht zeigen, was alles an Lösungen für die private Wellnessoase möglich ist, deswegen haben wir uns für eine Szene entschieden, wie sie in den Badezimmern der Welt Tag für Tag vorkommt. Uns war bewusst, dass das Sujet vielleicht etwas pikant ist, aber als Eyecatcher scheint es uns nach wie vor geeignet. Nicht bewusst war uns hingegen, dass man den abgebildeten Mann für einen Installateur halten könnte. Die etwas despektierliche Bemerkung, dass Sie davon ausgehen, dass Installateure bekleidet arbeiten, können wir nur bekräftigen. Ja, das ist so!

Noch eine Anmerkung zur Statistik: Die Branche der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik ist tatsächlich stark von Männern dominiert. Wir haben wenige Betriebe, die von Frauen geführt werden, und es sind auch wenig weibliche Lehrlinge in Ausbildung (mit Stichtag 31.1.2016 sind es genau 7). Es ist uns ein großes Anliegen, dass auch Mädchen in diesen sogenannten „Männerberufen“ eine Ausbildung absolvieren. Wir sind uns vollends bewusst, wie wichtig die Überwindung traditioneller Rollenbilder ist, und wir tun unser Bestes, das zu fördern. Wir meinen Frauen also ganz sicher nicht einfach mit und wir machen sie auch nicht unsichtbar, wenn in der Wort-Bild-Marke von den „steirischen Installateuren“ die Rede ist.

Wir bedanken uns nochmals aufrichtig für Ihr Schreiben. Es hat bei uns einen ehrlichen und intensiven Diskussions- und Nachdenkprozess ausgelöst, wie wir in Zukunft noch sensibler mit diesem Thema umgehen können. Wir ersuchen Sie umgekehrt, auch unseren Argumenten und unserem Zugang mit dem gebotenen Respekt und ohne Sarkasmus zu begegnen.

Mit besten Grüßen

Ing. Anton Berger
Innungsmeister

Mag. Klaus Gallob
Innungsgeschäftsführer