„S-HE STYLEFIGHT“

„S-HE STYLEFIGHT“

„S-HE STYLEFIGHT“ 150 150 Watchgroup

Zielgruppe dieses online Spiels sind wohl junge Mächen. (die Marke s-he ist sehr günstig und soll vor allem das junge, weniger zahlungskräftige Publikum ansprechen) Zu Beginn werden die Stylingprodukte von s-he angepriesen, die dann auch im Spiel „benutzt“ werden. Die Handlung, falls man davon sprechen kann: Man soll seine eigene Spielerin durch drücken von Zahlen „stylen“, gleichzeitig Angriffe der Gegnerin abwehren, beziehungsweise selbst angreifen und versuchen, diese aus dem Bild zu „kicken. Die Locations: zum Beispiel das Badezimmer, die Party, der Hip Hop Club. Die „Gegnerinnen“: die Schwester, die Freundin, die Tanzkollegin.

Schönheitswahn – Konkurrenz – Gewalt

Der Schönheitswahn wird hier also zelebriert. Durch Styling und das perfekte Aussehen, kann man sich in dieser Welt also durchsetzen. Das Schönheitsideal wird durch die passenden Illustrationen der Figuren klar abgegrenzt: schlank, sexy und sparsam bekleidet. Laut Kriterienkatalog wird hier also sexistische Werbung betrieben.

Damit nicht genug, wird in diesem Spiel die Gegnerin nicht nur mit Schönheit, sondern gleichzeitig auch mit Gewalt „bekämpft“. Ständiger Konkurrenzkampf ist hier das Grundkonzept, und leider sogar gegen die Kollegin oder Schwester.

Aus dem Kriterienkatalog: Schlankheitsideale und Körpermanipulation

Entsprechend der Entwicklung: Die Konstruktion des Idealkörpers und der Imperativ, diesen durch manipulative Maßnahmen zu erreichen. Noch nie waren die Models in der Werbung so dünn wie heute, noch nie gab es so vielfältige Maßnahmen zur Angleichung des individuellen Körpers an das gesellschaftliche Ideal wie heute (…) noch nie waren ALLE Frauen derart stark unter dem Druck, die konstruierten Schönheitsideale zu verkörpern, war dies doch früher nur für Angehörige der oberen Schichten leistbar. Heute können wir von einer Demokratisierung des Schönheitsimperativs sprechen, alle Frauen sind dazu angehalten, ihre Körper entsprechend der Ideale zu modifizieren. Damit wird impliziert, dass es jeder Frau möglich ist, dem Schönheitsideal zu entsprechen, scheitert sie, ist dies ihre private und individuelle Unvollkommenheit. Tatsächlich ist diese Angleichung aber unmöglich (…). Nichts desto trotz dienen Models (oder eben virtuelle Figuren) als Vorbilder, als “Modelle” idealer weiblicher Körper, denen frau zu entsprechen hat. Fehlendes Selbstvertrauen, das ständige Gefühl, nicht dem “Ideal” zu entsprechen und defizitär zu sein, führt als Resultat der patriarchalen Vereinnahmung des weiblichen Körpers häufig zu Essstörungen (ist aber nicht der alleinige Grund dafür). Dieser Weg liegt in der Logik des Markts begründet: Was sollte uns die Werbung verkaufen, würden wir uns selber bereits als “ideal” empfinden? Das Bedürfnis, “zu passen”, uns “perfekt einzufügen” und nicht aufzufallen, lernen Frauen von Kindheit an.

Bedenkt man die Zielgruppe, ist diese Art von Werbung ein weiterer Grundstein für die Bewusstseinseinschränkung junger Mädchen auf das Thema „Schönheit“ in einer Phase, in der diese besonders zugänglich auf derartige Stereotypisierungen ansprechen. Deshalb wäre gender-sensible Werbung vor allem für junge, pubertierende Mächen, die am Beginn des Erwachsenwerdens stehen unerlässlich. Hier sollte ein Fundament für das Selbstbewusstsein und die offenen Möglichkeiten von Frauen gelegt werden.

Einstufung:

Niveau 5

Screenshot des Website Spiels

Das Bild Eingangs ist die Bewerbung des online Spieles in einem DM – Prospekt.