RECHSTANWALTSKAMMER (RAW) Werberat entscheidet, RAW schweigt.

RECHSTANWALTSKAMMER (RAW) Werberat entscheidet, RAW schweigt.

RECHSTANWALTSKAMMER (RAW) Werberat entscheidet, RAW schweigt. 150 150 Verein Grazer Frauenrat

Entscheidung:

Der Österreichische Werberat sieht im Falle der Werbesujets „Frau“ und „Mann“ der Österreichischen Rechtsanwaltskammer keinen Grund zum Einschreiten.

Begründung:

Die Mehrheit der Werberäte spricht sich vor allem im Hinblick auf das beanstandete Sujet „Frau“ für keinen Grund zum Einschreiten aus. Begründet wird dies damit, dass keine Verletzung gemäß Artikel 1.3.1. „Gewalt“ bzw. 2.1.1. „Geschlechterdiskriminierende Werbung“ des Selbstbeschränkungskodex wie in der Beschwerde angeführt, erkannt werden konnte.

Es gibt ein weibliches und ein männliches Sujet. Die “Körperteile”, die von der Dame zu erkennen sind, erfüllen den Tatbestand der Sexualisierung nicht. Die Abbildung einer Frau mit einem Kabel um den Hals (und das in Kombination mit der Headline “Wie fesselnd ist Ihr Arbeitsvertrag?”) stellt noch keine sexistische Werbung dar. Die aus dem Bezug zum Schmuck abgeleitete Unterstellung, es handle sich bei Problemen, die Frauen betreffen, um “weibliche Luxusprobleme” wird in der Bildebene durch kein Signal unterstützt. Das Sujet spielt recht oberflächlich mit dem Wort “fesselnd”; eine Ästhetisierung von Gewalt ist daraus jedoch nicht abzuleiten.

Da gerade Frauen am Arbeitsplatz überproportional mit der Verletzung arbeitsrechtlicher Normen im Allgemeinen und Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechtes im Speziellen konfrontiert sind, ist dem inkriminierten Sujet vielmehr der Bedeutungsinhalt zu unterstellen, dass [gerade] weibliche Arbeitnehmerinnen auf rechtsanwaltliche Beratungstätigkeiten im Falle der Beeinträchtigung ihrer Rechte zurückgreifen mögen.

Da auf das zweite Sujet durch den Beschwerdeführer lediglich im Zusammenhang mit dem ersten Bezug genommen wird und diesem keine Verletzung von Bestimmungen des SBK beigemessen werden, ist auf dieses nicht weiter einzugehen.