GDG-REISEVERSICHERUNGEN

GDG-REISEVERSICHERUNGEN

GDG-REISEVERSICHERUNGEN 150 150 Watchgroup

Die lässig auf der Couch liegende Frau, die per Telefon ihre Reiseversicherung organisiert ist nur auf den ersten Blick die moderne Frau, die ihre Finanzen selbst in die Hand nimmt. Bei genauerem Hinsehen lassen sich subtile und offene Stereotype erkennen.

Offen stereotyp ist der tiefe Ausschnitt, der auch auf Grund der Liegeposition, die Brüste zeigt. Ein geschlechtsneutrales Produkte – nämlich eine Reiseversicherung –  wird sexualisiert (Vgl. Kriterienkatalog, Sexualisierung),  obwohl damit nicht das Produkt, sondern lediglich die weiblichen Reize, Aufmerksamkeit erhalten (Vgl. Kriterienkatalog, Einleitung).

Offen stereotyp auch die Körpersprache mit schief gelegtem Kopf und der der Blick aus den Augenwinkeln bzw. von der Seite (Vgl. Kriterienkatalog, 3 Die Körpersprache der Geschlechter, und 3. 3 Blicke).

Subtil stereotyp ist, dass diese Frau ihre Versicherung im privaten Umfeld – nämlich barfuss auf der Couch liegend – erledigt. Diese Darstellung unterstützt das Bild der geschlechtsspezifischen Platzanweisungen: Frau = Privat, Mann = Öffentlich. (Vgl. Kriterienkatalog, Scheinbare Auflockerung der Stereotypen).

Auch wenn eine Frau tätig ist, so ist der Produktexperte laut nebenstehendem Text ein Mann. Dies entspricht in etwa dem „Aufklärung der Frau über neue Produkte durch einen männlichen Experten“ aus dem Kriterienkatalog (Vgl. Kriterienkatalog, 2.7). Die Tatsache, dass die abgebildete Frau das Telefon benutzt, kann  in diesem Gesamtkontext als stereotype Darstellung von „typisch weiblicher Unarten“ – nämlich z.B. telefonieren – gesehen werden (Vgl. Kriterienkatalog, 2.8).

Einschätzung des Niveaus

Niveau 4 (Frauen an „ihrem“ Ort festhalten – Frauen auf „ihren“ Platz verweisen) mit Anteilen von Niveau 3 (Frauen einen zweiten Ort zugestehen).