FRAUEN ALS MENÜ. Unverdaulicher Sexismus.

FRAUEN ALS MENÜ. Unverdaulicher Sexismus.

FRAUEN ALS MENÜ. Unverdaulicher Sexismus. 150 150 Verein Grazer Frauenrat

Auf einer – üblicherweise für Menüankündigungen in Lokalen verwendeten – Tafel im Eingangsbereich wird mit dem Slogan „Aktion-neue Mädchen ab 40€” geworden.

Vorabanmerkung: Seit 2011 ist das Steiermärkische Prostitutionsgesetz in Kraft, das auf Plakaten, im Fernsehen, Radio und Kino Bordellwerbung verbietet. Ein maßgeblicher Grund das Landesgesetz zu novellieren war, dass das Bild der „Frau als Ware” unerwünscht ist.

Werbung für sexuelle Dienstleistungen, soweit sie rechtlich zulässig ist, ist unter mehreren Kriterien sexistisch. Für diese Werbung gilt, dass sie sexistisch ist, da mit sogenannten „Specials”, z.B. „zwei zum Preis von einer”, „all you can …”, “flat rates” oder „Mädchen der Woche” …geworben wird. Durch diese Formen von Werbung werden Sexdienstleistende unter Druck gesetzt, ihre Dienste zum Sonderpreis, oder für jede Person jeden Dienst anzubieten und somit in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.

Weiter ist bei der Beurteilung der Unangemessenheit der Bewerbung besonders auf Medium, Platzierung, Umfeld und potenzielle und unbeabsichtigt erreichte Personen zu achten – wie in diesem Fall im öffentlichen Raum.

Werbung für sexuelle Dienstleistungen, soweit sie rechtlich zulässig ist, ist ebenso sexistisch, wenn Körper bzw. Körperteile, weibliche bzw. männliche Sexualität entwürdigend oder unangemessen dargestellt werden.

Werbung für sexuelle Dienstleistungen, soweit sie rechtlich zulässig ist, ist ebenso sexistisch, sofern Werbung Verhaltensweisen anpreist, die geeignet sind, Sexdienstleistende in ihrer Gesundheit zu beeinträchtigen oder in ihrer Entscheidungsfreiheit einzuschränken, ist sie ebenfalls als sexistisch zu bewerten. Darunter fällt insbesondere Werbung für Unsafe-Sex-Praktiken, da dadurch jedenfalls ein Gesundheitsrisiko für Sexdienstleistende entsteht.

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