ENTDECKT Wahlwerbung

ENTDECKT Wahlwerbung

ENTDECKT Wahlwerbung 150 150 Watchgroup

Wahljahr 2013. Das Land wird überflutet mit Wahlwerbung, niemand kann sich ihr entziehen. Die Kampagnen der Parteien nehmen alle Outdoor-Medien ein, als Groß- und Kleinplakate, in Dreiecksständern, als City-Lights und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Natürlich versuchen die Parteien über ihre so genannten „Plakatwellen“ ihr Programm an den Mensch zu bringen und ihre linientreuen Inhalte zu vermitteln – wie sie sich dabei verkaufen, ist interessant:

Die ÖVP z.B. kommt bei ihrer Werbung ganz ohne Gendern aus. So gehört nach Meinung der Volkspartei Österreich den Optimisten; Optimistinnen haben anscheinend keinen Anspruch auf den Staat.

Bemerkenswert ist auch das Sujet „Kanzler für die Entdecker“: Zu sehen ist Michael Spindelegger, rechts und links neben ihm zwei Buben, die offenbar die „Entdecker“ symbolisieren. Einer der Burschen hat vermutlich bereits etwas entdeckt und flüstert es dem amtierenden Vizekanzler ins Ohr.

Bei dieser Plakatwerbung erfolgt die Darstellung der Buben in Assoziation mit Erfolg, Rationalität und mit Führung. Die beiden repräsentieren das klassische Rollenbild von dem aufgeschlossenen, zielstrebigen Burschen in Vorbereitung auf seine Karriere.

Relevant ist bei dem Sujet auch der Einsatz der Farben: So sind die kleinen Entdecker in den traditionell Buben zugewiesenen Farben blau und grau gekleidet, das augenscheinlich nicht an der Kommunikation mit Michael Spindelegger interessierte Mädchen in rosa. Hier verstärkt die Farbwahl gängige Geschlechterklischees – der Bub als Forscher & Entdecker und das am Geschehen unbeteiligte Mädchen.

Gemäß den Kriterien der Watchgroup ist die Werbung als sexistisch einzustufen.