CHILIMAP Die Frau als jederzeit verfügbare Ware.

CHILIMAP Die Frau als jederzeit verfügbare Ware.

CHILIMAP Die Frau als jederzeit verfügbare Ware. 150 150 Verein Grazer Frauenrat

Die Firma „Chilimap“ wirbt für ihre Angebote „kostenlose Erotik-Community mit Niveau und Leidenschaft“ für „Frauen, Männer und Paare“ mit einem Sujet, das einen bekleideten Mann und eine nackte Frau zeigt.

Um für die Angebote, die sich an Frauen, Männer und Paare gleichermaßen richten werden der abgebildete Mann und die abgebildete Frau und der Mann allerdings nicht gleichwertig behandelt. Das Sujet bedient vielmehr das Konzept, wonach Frauen für Sex bzw. sexualisierte Atmosphäre verantwortlich sind. Der angezogene Mann im Hintergrund umfasst die nackte Frau im Vordergrund in Brusthöhe – er hat sie im Griff. Ihr bleibt nur die zögerliche Geste, ihren Genitalbereich zu bedecken. Die Präsentation der Kehle der Frau gilt als Paradezeichen der Unterwürfigkeit. Die Frau wird als jederzeit verfügbare Ware dargestellt.

Bewertung nach dem Kriterienkatalog:

 

Die sexualisierte Darstellungen von Frauen

  • Sexuelle Anzüglichkeiten auf Kosten der Frauen, die Benutzung von weiblichem Sex zur Anpreisung von Waren
  • Die Gleichsetzung von Frauen mit Produkten und Konsumartikeln, auch in Kombination mit der Verwendung des weiblichen Sex

Körpernormen und Schönheitsideale in der Werbung

  • Die Assoziation des weiblichen Schönheitsideals mit Schwachheit und Unterlegenheit (Frauenbilder als jung, mager, ohne Körperbehaarung mit Ausnahme des Kopfes)

Die Darstellung von heterosexuellen Paaren

  • Die Stilisierung der Abhängigkeit der Frau vom Mann durch Gesten
  • Die sparsamere Bekleidung der Frau im Gegensatz zum Mann

Die Körpersprache der Geschlechter

Die Körpersprache wird oft als das tertiäre Geschlechtsmerkmal bezeichnet. Durch die Körpersprache werden Geschlechterzeichen ausgedrückt und konstruiert. Diese Zeichen sind

ausschließlich. Sie werden nur ernst genommen, wenn sie jeweils von Männern oder von Frauen benutzt werden.

Berührungen

  • Männer, die in Bilddarstellungen Frauen berühren, wobei diese Berührungen ein „Festhalten“ der Frauen implizieren, welches die Bewegungsfreiheit der Frau einschränkt

Selbstberührungen

  • Die Stilisierung der Selbst-Berührung als Ausdruck von Schwäche, Ängstlichkeit und Unsicherheit in der Darstellung von Weiblichkeit

Anwendung der Umkehrregel:

Das Hauptkriterium für die Fragestellung, ob eine Werbung sexistisch ist oder nicht, ist – vor allem im Bereich der Körpersprache – die Umkehrregel:

Könnten in diesem Sujet die frau und der Maönn identischer Sezenerie ausgetauscht werden  ohne irritierend zu wirken?

Da dies nicht der Fall ist, ist diese Werbung auch diesbezüglich als sexistisch einzustufen.

 

Einstufung:

Niveau 5: „Frauen runtermachen. Beschränkt auf Stereotypen“

Frauen sind nicht-denkende, zwei-dimensionale Dekoration. Sie sind sexueller Anreiz für Männer, beschränkt auf ihren dekorativen und ihren sexuellen Gebrauchswert (Funktion der sexuellen „Ware“ für den Mann).