CARMEN die flotte Fee

CARMEN die flotte Fee

CARMEN die flotte Fee 150 150 Verein Grazer Frauenrat

“Carmen heiß ich, flotte Fee,
Technik und kein fauler Schmäh.
Reparier dein Auto schnell,
günstig und professionell.”

Mit diesem Gedicht und einer weiblichen Comicfigur namens Carmen wirbt eine Grazer KFZ-Werkstätte auf ihrer Website und ihren Visitenkarten. Der Name „Carmen“ ist ein Wortspiel der Firmenbezeichnung.

Die „flotte Fee“ trägt unter ihrem knappen Arbeitsoverall nur ein kleines Bustier, das die Umrisse ihre Brüste deutlich zeigt. Anzunehmen ist, dass in dem Betrieb keine Mechanikerin Carmen arbeitet und die Frage drängt sich auf, ob sie – würde sie existieren – ihrer Tätigkeit in dieser Montur nachgehen könnte. Die unpassende Arbeitsbekleidung ist ein Stilmittel sexistischer Werbung und kompromittiert dadurch die Rolle der arbeitenden Frau.

Motto: „sex sells“

Die sexualisierte Darstellung des weiblichen Körpers, auch wenn es sich wie in diesem Fall „nur“ um eine Zeichnung handelt, ist die sichtbarste Form der sexistischen Werbung. Der halbnackte Körper steht ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zu den Dienstleistungen einer KFZ-Werkstätte.

Die Darstellung der Comicfigur (schmale Taille, große Brüste, wallende Mähne) bedient außerdem stereotypisierte Schönheitsideale.

Die aufgerichteten Brustwarzen, der herausfordernde Blick und die teils laszive, teils aggressive Handhaltung zählen zu Stilmitteln der Pornographie und wecken Assoziationen.

Gemäß den Kriterien der Watchgroup ist die Werbung als sexistisch einzustufen.